POWER TO PRODUCE im Wandel der Zeit

Als Deutschland noch unter kaiserlicher Führung stand, in den Straßen die erste Beleuchtung installiert wurde und die Industrielle Revolution langsam Fahrt aufnahm, eröffnete der mutige Unternehmer Heinrich Sartorius einen kleinen Werkzeughandel in der Düsseldorfer Altstadt.

 

Heute, 140 Jahre, zwei Weltkriege, Wirtschaftswunder und -Krisen später, ist aus dem ehemals inhabergeführten Kleinstbetrieb einer der führenden Lieferanten für Zerspanungswerkzeuge rund um die Werkzeugmaschine in der metallbe- und verarbeitenden Industrie geworden. Die Geschichte des inzwischen bekannterweise unter SARTORIUS Werkzeuge firmierenden Unternehmens ist dabei ganz eng an sich verändernde Märkte, rasch voranschreitende Technologien und damit einhergehenden Kundenansprüche gekoppelt. Über 14 Dekaden wurde so aus dem Werkzeughändler ein ultimativer Problemlöser, der seit jeher den steten Wandel als Konstante begreift.

 

Ob zu Zeiten von Pferdekarren oder Plug-in-Hybriden, Fertigungsbetriebe brauchen Werkzeuge und Maschinen. Diese zu beschaffen und zu liefern bildete schon vorder Jahrhundertwende die Kernkompetenz von SARTORIUS. Was simpel klingt, hat seine Tücken im Detail, weiß SARTORIUS-Urgestein Horst Donell. Der heute 77-Jährige ehemalige Prokurist war sein gesamtes Berufsleben bei nur einer Firma angestellt, kennt wie kein Zweiter die Geschichte des Werkzeughändlers nach dem Zweiten Weltkrieg. „Höhen und Tiefen lagen oft nah beieinander“, erinnert er sich mit Blick in die Sechzigerjahre. 1964 gelang es Paul E. Schraderals Nachfolger des Gründers und Vorsitzenden des deutschen Maschinen- und Werkzeugverbandes gute Kontakte zum Messgerätehersteller Mitutoyo zu knüpfen. In dessen Folge erhielt SARTORIUS als Werksvertretung in Europa die exklusiven Vertriebsrechte der japanischen Geräte. Ein Meilenstein, der dem Unternehmen zahlreiche Wettbewerbsvorteile verschaffte. Doch nur zweiJ ahre später wich die Feierstimmung existenzieller Not, als der Maschinen-Vertrieb in Schieflagegeriet. „In einem außergerichtlichen Vergleich konnten wir die Insolvenz abwehren. Unter hohen Auflagen zahlten wir über 18 Monate 60 Prozent der offenen Forderungen zurück, der Rest wurde uns erlassen“, so Donell weiter. Paul E. Schrader konnte das Wiedererstarken des Unternehmens nicht mehr miterleben. Er verunglückte tödlich nur drei Tage nach dem Vergleich, der auch strukturelle Konsequenzen hatte. Das Maschinengeschäft wurde seinerzeit ersatzlos eingestampft.

SARTORIUS in Düsseldorf

Von links: Hans Plattes, Horst Donell und Ivica Pavlinusic

Von den finanziellen Wirren unbeeindruckt,wuchs die Verbindung zwischen Mitutoyo und SARTORIUS weiter, bis sie schließlich 1971 gar in einer gemeinsamen Unternehmungmündete. Die Firma SARTORIUS-Mitutoyo war damals von Anfang an auf ein zehnjähriges Bestehen angelegt und gehörte beiden Parteien zu jeweils 50 Prozent. Geleitet wurde sie von Bernd Schrader, dem Sohn des ehemaligen Geschäftsführers und Horst Donell. „Wir hatten damals 24 Mitarbeiter, davon neun im Außendienst. Mit der Schließung der Firma 1981 endete auch das Exklusivitäts versprechen für Europa. Lediglich für NRW behielten wir es bis 1985“, erklärt Donell. Doch die Liaison mit den Japanern blieb nicht der einzige unternehmerische Ausflug abseits des Stammhauses. 1975 gegründet und 1993 aufgrund zu geringer Profitabilität wieder geschlossen, war SARTORIUS Feinwerkzeugbau, die vornehmlich Bohrungsbearbeitungswerkzeuge herstellte, nicht nur ein weiteres Standbein, sondern auch der Versuch, im produzierenden Gewerbe Fuß zufassen.Einen der wichtigsten Meilensteine der Unternehmens-Chronik bildet zweifellos der Übergang SARTORIUS in die Würth Gruppe 1989. 

„Bernd Schrader hatte zwei Töchter, wovon sich keine anschickte, das Unternehmen übernehmen zu wollen. So kam der Kontakt zu Würth zustande“, erzählt Donell und verweist auf die daraus resultierenden Veränderungen:„Plötzlich mussten wir nicht mehr den Banken hinterherlaufen, sondern sie kamen zu uns.“ Auch die nach über 30 Jahren immer noch futuristischwirkende Firmezentrale auf der Harkortstraßein Ratingen ist auf den Übergang in eine der weltweit größten Handelsgruppen zurückzuführen.Der ursprünglich geplante Zweckbau wurde verworfen und das heute bekannte moderne Firmengebäude errichtet.

 

Nach Jahrzehnten des steten Aufstiegs und rasanten Umsatzentwicklungen unter dem Dach der Würth Gruppe, bildete das Jahr 2009 eine tiefe Zäsur in der Unternehmensgeschichte. Die Weltwirtschaftskrise ließ das Geschäft nach dem Rekordjahr 2008 um 45 Prozent einbrechen. 50 der damals 167 Mitarbeiter musste gekündigt werden. „Wir befanden uns im freien Fall, niemand wusste, wie es morgen aussehen würde“, sagt der heutige Geschäftsführer und damalige Finanzleiter Ivica Pavlinusic rückblickend. Rund Werkzeugkataloge sieben Jahre dauerte es, ehe SARTORIUS an die alten Geschäftszahlen anknüpfen konnte. Dieser Tage steht SARTORIUS so gut da wie nie. Das Unternehmen zählt 200 Mitarbeiter und strebt in 2019 einen Umsatz von rund 60 Millionen an. Kein Grund, sich auszuruhen, findet Geschäftsführer Hans Plattes: „In einem hart umkämpften Markt gilt es, mehr Probleme zulösen als die Wettbewerber. Es reicht nicht mehr,das beste Werkzeug mit hoher Verfügbarkeit anzubieten. Wir müssen unseren Kunden mit Know-how und Service die Vorteile bieten, die sie wiederum vom Wettbewerber abheben.“ So ist POWER TO PRODUCE schon immer das Leitmotiv,das sich je nach Zeitgeist und Ansprüchen neudefiniert. Der Grundstein für 140 Jahre Erfolg.

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