Code of Conduct

    Unser Code of Conduct

    EINLEITUNG


    Für die Würth-Gruppe (im Folgenden „Würth“) ist die Einhaltung des geltenden Rechts selbstverständlich. Werte im Umgang miteinander und mit unseren Geschäfts- partnern spielen eine zentrale Rolle. So sind gegenseitiges Vertrauen, Berechen- barkeit, Ehrlichkeit und Geradlinigkeit nach innen und außen Grundprinzipien, die bei Würth fest verankert sind. Auch eine Wirtschaftsweise im Einklang mit Mensch und Umwelt sind Grundsätze, die wir verfolgen und die zu unserem langfristigen Unternehmenserfolg wesentlich beitragen.
    Diese Werte sehen wir als wesentlichen Grundstein unserer Lieferantenbeziehung. Der Würth Supplier Code of Conduct legt verbindliche Mindestanforderungen fest, die von unseren Lieferanten beachtet und umgesetzt werden müssen.
    Der Würth Supplier Code of Conduct basiert auf der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und auf den Prinzipien international anerkannter Standards zur verantwortlichen Unternehmensführung. Zu diesen zählen der UN Global Com- pact, die Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung.
    Basis jeden unternehmerischen Handelns ist selbstverständlich die Einhaltung der jeweiligen nationalen gesetzlichen Anforderungen. Unterscheiden sich die Vorschrif- ten der einzelnen Länder, Geschäftsfelder oder Märkte von den Anforderungen des Würth Supplier Code of Conduct, so gilt die jeweils strengere Regelung.

     

     

    I. MESCHENRECHTE UND ARBEITSSICHERHEIT


    1.1 Achtung der Menschenwürde
    Der Lieferant achtet die allgemeinen Persönlichkeits- und Menschenrechte. Gewalt, Einschüchterung, Mobbing, sexuelle Belästigung und sonstige Über- griffe sind untersagt.
    Diskriminierungsverbot
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist zu respektieren und zu schützen. Diskriminierung – also jegliche Benachteiligung, Herabwürdigung und Ungleich- behandlung aufgrund von Geschlecht, Geschlechteridentität, sozialer oder eth- nischer Herkunft, Nationalität, Sprache, Hautfarbe, Religion, sexueller Identität, körper-licher oder geistiger Beeinträchtigung, politischer Überzeugung – wird in keiner Weise geduldet.
    Ablehnung der Zwangsarbeit, moderner Sklaverei und Menschenhandel
    Alle Formen von Zwangsarbeit, moderner Sklaverei und Ausbeutung sind verboten. Alle Mitarbeitenden stellen ihre Arbeit oder Dienstleistung freiwillig zur Verfügung. Jegliche Art von Strafandrohungen wie Isolation, Einschränkung der Bewegungs- freiheit, Ausbeutung, körperliche Gewalt, Einschüchterung, ein exzessives Maß an Überstunden, das Einbehalten von Ausweisdokumenten und anderen sensiblen Dokumenten oder das Einbehalten von Löhnen ist verboten.


    1.2 Verbot von Kinderarbeit
    Kinderarbeit sowie jegliche Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen wird von Würth nicht toleriert. Als „Kind“ gelten generell alle Personen unter 14 Jahren. Das Mindestalter zur Beschäftigung darf nicht unter dem Alter liegen, in dem die Schulpflicht in dem Land endet, in dem der Lieferant unternehmerisch tätig ist. Altersnachweise der Angestellten müssen vorhanden sein.

     

    1.3 Schutz von schutzbedürftigen Mitarbeitenden
    Schutzbedürftige Mitarbeitende sind werdende Mütter, körperlich und geistig einge- schränkte Menschen und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie sind im besonderen Maße vor Überlastung und Gesundheitsschädigung zu schützen. Für diese Gruppe sind Regelungen zur Begrenzung der Arbeitszeit und Art der Beschäftigung zu treffen.

     

    1.4 Recht auf Koalitions- und Versammlungsfreiheit
    In Übereinstimmung mit den nationalen gesetzlichen Regelungen ist den Mitar- beitenden das Recht auf Koalitions- und Versammlungsfreiheit zu gewähren.

     

    1.5 Angemessene Arbeitsbedingungen
    Der Lieferant hat dafür Sorge zu tragen, ein sicheres, menschenwürdiges und nicht gesundheitsschädliches Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Dazu gehört, dass den Mitarbeitenden genügend saubere sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen, sowie dass der Betrieb und die Büros regelmäßig gereinigt werden, um die Hygiene am Arbeitsplatz zu garantieren.


    Unternehmenswohnungen
    Sind die Anreisezeiten vom Unternehmensstandort zu den nächsten privaten Unterkünften unverhältnismäßig lang, ist es wünschenswert, dass der Lieferant für Unterbringung der Mitarbeitenden sorgt, die der Mitarbeitende freiwillig in Anspruch nehmen kann. Die Unterbringungen müssen menschenwürdig, sauber und sicher sein.

     

    1.6 Sicherheit
    Der Lieferant muss die möglichen Betriebsrisiken kennen und Maßnahmen ergreifen, um Unfälle, Notfälle, Brände, etc. zu vermeiden und zu reduzieren.


    Sicherheitseinweisung
    Mitarbeitenden ist vor Arbeitsaufnahme an Maschinen, Ausrüstung und potenziell gefährlichen Arbeiten sowie für Notfallsituationen und Feuerschutz die notwendige Sicherheitsunterweisung zu geben. Die Unterweisungen werden entsprechend gesetzlicher Anforderungen oder bei Änderungen des Arbeitsplatzes wiederholt. Über die Einweisungen sind Belege zu führen.


    Arbeitsschutz
    Basierend auf einer Gefährdungsbeurteilung muss festgelegt und kommuniziert werden, in welchem Bereich Arbeitsschutzausrüstung getragen werden muss. Die Arbeitsschutzausrüstung ist den Mitarbeitenden kostenlos, in ausreichender Menge und in funktionsfähigem Zustand durch den Lieferanten zur Verfügung zu stellen.
    Die Geräte sowie die Sicherheitseinrichtungen sind regelmäßig zu warten und auf ihr Funktionieren zu prüfen. Die Notausschaltung von Maschinen muss jederzeit funktionsfähig und zugänglich sein.


    Substitutionsprüfung
    Die Nutzung von gefährlichen Stoffen ist so gering zu halten wie möglich. Gefahr- stoffe sind einer Substitutionsprüfung zu unterziehen. Das bedeutet, dass bei gleicher Eignung für den Bearbeitungsprozess der Stoff zu verwenden ist, von dem eine geringere Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgeht.
    Für jede vorhandene Chemikalie muss ein Sicherheitsdatenblatt existieren. Sicher- heitsdatenblätter enthalten Informationen zu Handhabung, Lagerung, Transport, Entsorgung, kritische und wichtige stoffliche Daten, mögliche Gefahren und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

     

    Notfallplanung und Brandschutz
    Der Lieferant führt in seinem Betrieb Katastrophen- und Brandschutzpläne. Entsprechende Übungen sind regelmäßig durchzuführen und zu dokumentieren.
    Im Betrieb müssen Feuermelder sowie ein Evakuierungsalarm vorhanden sein. Genü- gend Feuerlöscher sind, abhängig von der Art und Risikobehaftung der Arbeit, der Größe der Gebäude und Stockwerke sowie von der Menschenanzahl im Betrieb, für jede Person und jederzeit zugänglich. Es muss genügend Mitarbeitende geben, die für die Nutzung von Brandschutzausrüstung geschult sind.


    Notausgänge und Fluchtwege
    Die Notausgänge, Fluchtwege und Sammelpunkte sind klar angezeigt und dürfen zu keinem Zeitpunkt blockiert sein. Die Anzahl der Notausgänge und Fluchtwege ist von der Personenanzahl, Raumgröße und Arbeitsplatzverteilung abhängig zu machen und gewährleistet die sichere und zügige Evakuierung aller Mitarbeitenden.


    Erste-Hilfe-Ausrüstung
    Erste-Hilfe-Ausrüstung ist in angemessener Art und ausreichender Menge für alle Mitarbeitenden, während aller Schichten, in allen Gebäuden und auf jeder Etage offen zu- gänglich und einsatzbereit vorhanden. Art und Umfang entspricht der Art potenzieller Risiken und der Größe des Unternehmens. Es muss genügend ausgebildete Ersthelfende in jeder Schicht geben, die im Fall eines Unfalls hand- lungsfähig sind.

     

    1.7 Arbeitszeit
    Die gesetzlich festgelegte Stundenhöchstzahl wird nicht überschritten. Die wöchent- liche Arbeitszeit inklusive Überstunden darf nicht mehr als 60 Stunden betragen. Mitarbeitenden steht mindestens ein arbeitsfreier Tag in einer Siebentagewoche zu. Die Urlaubstage müssen zumindest dem nationalen gesetzlichen Urlaubsanspruch entsprechen. Der Lieferant muss den Mitarbeitenden eine angemessene Pause gewäh- ren, mindestens jedoch nach 6 Stunden eine 30-minütige Pause und ab neun Stunden insgesamt eine 45-minütige Pause, sofern nicht die nationalen Arbeitszeitgesetze eine strengere Regelung vorsehen.

     

    1.8 Vergütung
    Mitarbeitende bekommen eine angemessene Vergütung, die zumindest den natio- nalen gesetzlichen Mindestlöhnen entspricht. Bei fehlender gesetzlicher Regelung muss der Lohn zumindest hinreichend sein, um die Lebensgrundlage (Wohnen, Nahrung, Bildung, Technologie) der Arbeitnehmer und ihrer Familien zu sichern. Löhne müssen regelmäßig und in gesetzlichem Zahlungsmittel ausgegeben werden. Es ist verboten, Lohnabzüge als disziplinäre Maßnahme zu nutzen. Nationale so- zialversicherungsrechtliche Vorgaben müssen eingehalten werden.

     

     

    II. UMWELT

    Die gültigen nationalen Gesetze, Bestimmungen und Standards zur Begrenzung und Vermeidung von Umweltbelastungen müssen eingehalten werden.
    Besteht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Lieferanten ein Risiko zu Schadstoffbelastungen in Wasser, Boden und Luft, so sind angemessene Maßnahmen zur Reduktion und Prävention unbedingt umzusetzen.

     

    2.1 Emissionen
    Emissionen sind von Anlagen des Lieferanten ausgehende Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme oder Strahlen und ähnliche Umweltein- wirkungen, die nach Art, Ausmaß und Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für Mensch, Tier, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter herbeizuführen.
    Der Lieferant muss Emissionen, insbesondere von flüchtigen organischen Chemi- kalien, Aerosolen, Ätzstoffen, Partikeln, Ozonschicht zerstörenden Chemikalien oder durch Verbrennung entstehenden Nebenprodukten aus Betriebsläufen typisieren, überprüfen und einer Behandlung unterziehen, die die Emissionen ungefährlich macht.
    Der verursachte Lärm darf die gesetzlichen Bestimmungen nicht überschreiten.

     

    2.2 Wassernutzung
    Die einwandfreie Qualität und die Verfügbarkeit des Wassers in Gewässern und im Grundwasser ist die Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen und darf durch den Lieferanten nicht beeinträchtigt werden. Wasser ist daher für alle Prozesse sparsam zu nutzen. In industriellen Anlagen sollte es Kreislaufsysteme geben, die eine mehrfache Nutzung ermöglichen.


    Abwasser
    Abwasser ist das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sons- tigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser.
    Der Lieferant hat sicherzustellen, dass das Abwasser aus seinen Betriebsabläu- fen, Ferti- gungsprozessen und sanitären Anlagen der erforderlichen Behandlung unterzogen wird, bevor es in das Grundwasser eingeleitet wird. Die Konzentration von Gefahrstoffen im Wasser wie beispielsweise Salze, Schwermetalle und ihren Verbindungen, oxidierbaren Stoffe, Stickstoff, Phosphor und or-ganische Halogenver- bindungen und andere Chemikalien, dürfen nur so gering sein, dass das Abwasser keine negativen Auswirkungen auf Menschen und das Ökosystem verursacht.
    Existiert keine Infrastruktur für die Wasseraufbereitung am Standort, müssen qualifi- zierte/geeignete Firmen für den Transport und die Aufbereitung beauftragt werden.

     

    2.3 Abfälle
    Abfälle sind alle Stoffe oder Gegenstände deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss.
    Gefährliche Abfälle (Sonderabfälle) sind dabei Abfälle, die eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellen und eine oder mehrere der folgenden Eigenschaf- ten besitzen: entzündbar, brandfördernd, explosiv, reizend, ätzend, infek- tiös, toxisch beim Kontakt oder Freisetzung von toxischen Gasen, reproduktivtoxisch, karzinogen, infektiös, repro-duktionstoxisch oder ökotoxisch.


    Allgemeiner Umgang
    Handhabung, Lagerung, Transport und Entsorgung von Abfällen dürfen keine schädlichen Auswirkungen auf Luft, Boden, Wasser sowie die Gesundheit der Mit- arbeitenden haben und müssen von qualifizierten Personen durchgeführt werden. Explosionen, Entzündungen und sonstige plötzliche gefährliche Ereignisse müssen verhindert werden.
    Der Lieferant hat Maßnahmen zur Müllvermeidung und Müllreduktion zu ergreifen.

     

    Umgang mit gefährlichen Abfällen
    Gefährliche Abfälle müssen eindeutig gekennzeichnet und ordnungsgemäß
    entsorgt werden. Der Umgang muss mit ausreichender Schutzausrüstung durchgeführt werden. Die gefährlichen Abfälle werden von den nicht gefährlichen Abfällen getrennt gehalten.

     

    Entsorgung und Verwertung
    Eine Verwertung des Abfalls wird gegenüber einer Beseitigung, z.B. durch Depo- nierung, bevorzugt. Der Lieferant sortiert den Abfall zur Vorbereitung auf die bestmögliche Form der Verwertung.
    Stoffliche Verwertung wird dabei der energetischen Verwertung vorgezogen. Bei stofflicher Verwertung wird Abfall als Wertstoff oder Rohstoffersatz zur Her- stellung eines neuen Produkts genutzt, während bei der energetischen Verwertung Abfall in einer Verbrennungsanlage verbrannt und zur Energienutzung verwendet wird.

     

    2.4 Chemikalien und weitere Gefahrstoffe
    Gefahrstoffe sind Stoffe, Gemische und Erzeugnisse mit gefährlichen Eigenschaf- ten, die akute gesundheitliche Schäden beim Menschen verursachen, entzündlich, explosionsgefährlich oder gefährlich für die Umwelt sind. Zu Gefahrstoffen zählen Chemikalien aber beispielsweise auch Uran, Asbest oder Schweißrauche.


    Allgemeiner Umgang
    Handhabung, Lagerung, Transport und Entsorgung von Gefahrstoffen dürfen keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre so- wie Kultur- und sonstige Sachgüter haben und müssen von qualifizierten Perso- nen durchgeführt werden. Explosionen, Entzündungen und sonstige plötzliche und gefährliche Ereignisse müssen verhindert werden.
    Der Lieferant muss eine Dokumentation über Menge und Art der im Betrieb vorhandenen und/oder verwendeten Chemikalien und Gefahrstoffen durchführen.

     

    Lagerung
    Gefährliche Stoffe müssen voneinander getrennt und geschlossen gelagert werden.
    Der Boden in den Lagerbereichen ist so beschaffen, dass er die Gefahrstoffe nicht ab- sorbiert und nicht mit ihnen reagiert. Der Lieferant verwendet ausreichend große Auf- fangwannen für flüssige Stoffe. Alle Lagertanks für flüssige Gefahrstoffe müssen zur Vorbeugung von Leckagen regelmäßig überwacht werden.
    Beim Umgang mit Stoffen oder Prozessen, deren Gase toxisch sind, verwenden die Mitarbeitenden die erforderliche, vom Lieferanten zu stellende Schutzausrüstung.


    Entsorgung
    Die Entsorgung von Gefahrstoffen wird sachgemäß durchgeführt. Es wird darauf geachtet, dass Gefahrstoffe, die miteinander reagieren, nicht zusammen entsorgt werden.


    Kennzeichnung
    Chemie- und Gefahrstoffbehälter müssen mit sicherheitsrelevanten Informationen, die das Gefahrrisiko darstellen, gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung erfolgt gemäß dem Global harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) der Vereinten Nationen.

     

    2.5 Natürliche Ressourcen und Rohstoffe
    Natürliche Ressourcen sind in der Natur ohne menschliches Zutun vorhandene Rohstoffe, Umweltmedien, Energiequellen und der physische Raum.
    Der Lieferant hat natürliche Ressourcen schonend zu nutzen und deren Einsatz und Verbrauch so gering wie möglich zu halten.
    Dies kann entweder direkt am Ort des Entstehens oder durch Verfahren und Maßnahmen, wie die Änderung der Produktions- und Wartungsprozesse oder der Abläufe im Unternehmen, die Verwendung alternativer Materialien, Einsparun- gen, Recycling und Wiederverwendung von Materialien geschehen.


    Verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung
    Der Lieferant erarbeitet Maßnahmen zur Gewährleistung und Verbesserung der Transparenz und Rückverfolgbarkeit der im Produkt verarbeiteten Rohstoffe innerhalb der Lieferkette. Ziel ist insbesondere auch die Sicherstellung, dass die verwendeten Rohstoffe aus verantwortungsvollen Quellen kommen.
    Besonderes Augenmerk ist dabei auf Erze, Konzentrate und Metalle zu legen, welche Tantal, Zinn, Wolfram, Kassiterit, Coltan und Gold beinhalten und aus Konfliktregionen und Hochrisikogebieten kommen. Dies sind insbesondere Ab- baugebiete, die Schauplatz bewaffneter Konflikte sind, die sich in einer fragi- len Nachkonfliktsituation befinden oder deren Staatsführung und -sicherheit schwach oder nicht vorhanden ist und in denen Völker- und Menschenrechte sys- tematisch verletzt werden.

     

    Der Bezug von Rohstoffen darf keine Menschenrechtsverletzung oder die Finan- zierung bewaffneter Gruppen zur Folge haben. Um dies zu gewährleisten, wird der Lieferant bezüglich der Herkunft und der Überwachungskette dieser Minera- lien die gebührende Sorgfalt gemäß des OECD-Leitfadens für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Risikogebieten anwen- den und Würth diese Sorgfaltsmaßnahmen auf Verlangen offenlegen.
    Wird die obige Aufzählung kritischer Produktinhaltsstoffe künftig erweitert, ist der Liefe- rant verpflichtet auch für die hinzukommenden Stoffe gebührende Sorgfalts- maßnahmen umzusetzen.
    Zum Schutz der Ökosysteme und der Biodiversität dürfen keine Rohstoffe aus Natur- schutzgebieten gewonnen werden.

     

     

    III. ETHIK


    3.1 Korruptionsbekämpfung
    Es wird keine Form von Korruption oder Bestechung geduldet. Der Lieferant hat darauf zu achten, dass keine persönlichen Abhängigkeiten von Kunden, Lieferanten oder sons- tigen Geschäftspartnern durch Schmiergelder oder andere illegale Zahlungen entstehen.
    Der Lieferant wird keine Geschenke, Einladungen oder sonstige Zuwendungen annehmen oder anbieten, von denen bei vernünftiger Betrachtungsweise ange- nommen werden muss, dass sie geschäftliche Entscheidungen in unlauterer Weise beeinflussen können.
    Mitarbeitende, die gegen vorstehende Regelungen verstoßen, werden - ungeachtet strafrechtlicher Konsequenzen- durch den Lieferanten disziplinarisch zur Verant- wortung gezogen.


    3.2 Fairer Wettbewerb
    Der Lieferant setzt sich für fairen, leistungsorientierten Wettbewerb ein und beteiligt sich nicht an wettbewerbswidrigen Absprachen mit anderen Marktteilnehmern. Dies bedeutet insbesondere, dass er sich nicht an Kartellen oder anderen wettbe- werbsbeschränken- den bzw. unlauteren Praktiken beteiligt.


    3.3 Keine Geldwäsche und Finanzierung illegaler Quellen
    Der Lieferant hat seine Finanzmittel ausschließlich aus legitimen Quellen zu beziehen. Dies verbietet die direkte oder indirekte Unterstützung von Terrorismus oder organisierter Kriminalität wie beispielsweise Menschenhandel, Drogenhandel, Bestechung, Waffenhandel, etc.


    3.4 Befolgung von Exportkontroll- und Zollgrenzen
    Ausfuhrverbote, Sanktionen und Embargos im internationalen Handel müssen durch den Lieferanten eingehalten werden.


    3.5 Datenschutz und Datensicherheit
    Der Lieferant muss die personenbezogenen Daten aller Kunden, Lieferanten, sonstiger Geschäftspartner sowie der Mitarbeitenden schützen unter Beachtung der nationalen als auch der internationalen Datenschutzregelungen. Die personen- bezogenen Daten werden vor dem Zugriff und dem unrechtmäßigen Gebrauch durch Unbefugte geschützt und dürfen nicht zum Nachteil der jeweiligen Interes- sengruppenverwendet werden.
    Der Lieferant verpflichtet sich, Unternehmensdaten, Betriebs- und Geschäftsgeheim- nisse sowie sonstige vertrauliche Informationen streng geheim zu halten und ausschließ- lich für Zwecke der Zusammenarbeit des Lieferanten mit Würth zu verwenden. Sie müs- sen vor dem unberechtigten Zugriff und dem Einblick nicht beteiligter Kollegen oder sonstiger Dritter sowie vor Löschung und unberechtigter Änderung geschützt werden

     

     

    IV. KOMMUNIKATION UND KONSEQUENZEN


    Der Lieferant kommuniziert die Anforderungen des Würth Supplier Code of Conduct und dessen Umsetzung an die relevanten Interessengruppen, mindestens aber an seine Mitmitarbeitenden und Vorlieferanten und stellt die Einhaltung der Anforde- rungen durch geeignete Maßnahmen sicher.


    4.1 Beschwerdeverfahren
    Der Lieferant muss den Mitarbeitenden den Zugang zu internen und/oder externen Be- schwerdeverfahren gewähren und bekannt machen. Dabei muss die Meldung über Wirtschaftskriminalität, Diskriminierung, Belästigung, etc. für alle potenziell Betroffenen auf anonyme Art und Weise möglich sein. Sprachliche und technische Barrieren müssen vermieden werden.

     

    4.2 Dokumente und Kontrolle der Einhaltung
    Alle Nachweisdokumente und Unterlagen werden pflichtgemäß erstellt, gegen unberechtigten Zugriff, Änderung und Vernichtung geschützt und gesichert auf- bewahrt. Die Dokumente, Aufzeichnungen, Genehmigungen, Reporte, etc. sind korrekt, vertrauenswürdig und transparent. Sie sind Würth auf Anfrage vorzulegen. Der Lieferant unterrichtet Würth unaufgefordert über Sachverhalte, die mit den Forderungen des Würth Supplier Code of Conduct nicht vereinbar sind.
    Würth behält sich vor, unangemeldete Audits zur Prüfung der Einhaltung des Supplier Code of Conduct durchzuführen. Zu diesem Zweck ist dem Auditor Zutritt und Zugang zu den relevanten Bereichen und den benötigten Unterlagen zu gewähren.


    4.3 Konsequenzen
    Der Würth Supplier Code of Conduct ist fester Bestandteil des Vertrags zwischen Würth und dem Lieferanten und muss vollständig eingehalten werden. Bei Verdacht des Verstoßes gegen den Würth Supplier Code of Conduct unterstützt der Lieferant Würth bei der Aufklärung des Sachverhalts.
    Im Falle des Verstoßes wird Würth in Abhängigkeit von der Schwere des Verstoßes reagieren. Eine präferierte Folge ist die unverzügliche Beseitigung der Mängel durch den Lieferanten, Würth ist jedoch auch berechtigt, Schadenersatz geltend zu machen und den Vertrag mit dem Lieferanten außerordentlich fristlos zu kündigen.

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